4/7/2018

Schaukel Performance

Schaukel Performance

„Zwischen Himmel und Erde: Sein“

In der künstlerischen Performance „Zwischen Himmel und Erde: Sein“ von Annabelle Wimmer Bakic geht es um die Bedeutung des Schaukelns für den Menschen, als alltägliche wie auch rituelle Handlung. Beim Schaukeln der Künstlerin, der Teilnehmer*innen und der Besucher*innen entsteht Gemeinschaft, Kooperation und Vielfalt in der Einheit. Gegenwärtig sein bedeutet am ultimativen Punkt des Seins zu stehen: voller Wahrnehmung, Präsenz und Intensität. Dieser Punkt ist die Schnittstelle zwischen Vergangenheit und Zukunft. Hier entscheidet sich alles. Die Performance des Schaukelns ermöglicht das Erleben selbst – die Freude, den Schwung, das Gefühl der Freiheit. Die Wahrnehmung öffnet sich, denn Leben heißt Erleben. Dieses physische Erleben ist zu einem wichtigen Gut in einer immer stärker digitalisierten und virtuellen Welt geworden.


Das Schaukeln öffnet den eigenen Raum, Kraft und Freiheit werden spürbar und dehnen die eigenen Beschränkungen: die Gedanken werden frei, der Alltag löst sich. Es entsteht ein Raum der Imagination und der Möglichkeiten, der sich durch das Öffnen nach aussen (mit dem Schwung nach vorn) und der Konzentration auf das Innere (mit dem Schwung nach hinten) wie von selbst einpendelt.


Oben und unten, Himmel und Erde, Vergangenheit und Zukunft werden im Schwung verbunden und zu einer fließenden Einheit. Im gemeinsamen Schaukeln werden individuelle Kraft und kollektive Gemeinschaft nicht als Gegensätze, sondern als Pole des eigenen Seins erlebt. Damit wird das Schaukeln zu einem Symbol der Verbindung, der Einheit und der Ganzwerdung.


In der Performance „Zwischen Himmel und Erde: Sein“ zur Alpine Spring Academy geht es um die Frage: woher komme ich und wohin möchte ich? Was bringe ich mit und wo geht es hin? Was sind meine Werte und was die Potenziale? Diese zentralen Fragestellungen sind für die kreative Entwicklung des Alpenraumes essentiell, denn Qualität und Wertschöpfung, Innovation und Zukunftsfähigkeit können und sollten als einheitlicher Prozess erlebt werden und Hand in Hand gehen, wie die Schaukeln von HUTSCHN, auf denen in der Performance geschaukelt wird. Damit steht das Schaukeln für Entwicklung, Kreativität und Wachstum. Es wird zu einem Symbol für eine wertvolle und fruchtbare Zukunft.

Das Schaukeln/Die Schaukel

Seit alters her und weltweit findet sich diese Bedeutung des Schaukelns als magisches Ritual: Wie ein roter Faden spinnt es sich durch die Zeiten und die unterschiedlichsten Kulturen der Erde. Überall mit dem gleichen Bedeutungskontext. Es findet sich in den Alpen, im Mittelmeerraum, im Baltikum, in Osteuropa, Sibirien, Nepal, Thailand und Indien. Ein Ritual um Altes zu lösen, Neues herbei zu schaukeln, eine gute Zukunft zu ermöglichen, Lichtvolles zu betonen und Bindendes abzugeben.

Die Performance

Die Performance betont diesen kulturübergreifenden Aspekt des Schaukelns: traditionelle Vielfalt und universelle Werte werden zu einem Ganzen: es geht um die Idee einer Einheit in Vielfalt, um individuelle Kraft für eine Gemeinschaft und das Potential der Verbindung und Vernetzung durch Kommunikation.
Das Schaukeln wird als kollektiver Wert erfahren, der viele Ebenen miteinander zu verbinden mag. Die Performance wird damit zu einer universellen Sprache, zu einem globalen Kommunikationsmittel und die Kunst zu einer Sprachform, die Trennendes zu verbinden vermag und Bewusstsein schafft. Die Performance öffnet über das Erleben die Wahrnehmung und damit den Raum des Bewusstseins, der Kreativität und Inspiration. Das sind die Kräfte die den Menschen zu einem außergewöhnlichen Wesen gemacht und die menschliche Entwicklung seit jeher bestimmt haben. Die Performance ist zu einem universellen Ritual geworden. Denn Sein oder nicht Sein ist eine Frage des eigenen Bewusstseins. Wie eine Wanderin zwischen den Menschen, den Welten und Zeiten verbindet Annabelle die unterschiedlichen Ebenen in der Performance zu übergeordneten menschlich-kollektiven Werten und bringt sie über persönliches Erleben und gemeinschaftliche Erfahrungen ins Gegenwärtige.

Die Kunstakademie Bad Reichenhall

Die Kunstakademie Bad Reichenhall, die 1996 als kommunale Einrichtung gegründet wurde, ist eine der größten ihrer Art in Europa. Jedes Jahr besuchen etwa 1500 Kunstbegeisterte aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und anderen Ländern die über 140 Kurse, die bis über 100 Künstlerinnen und Künstler in den geräumigen und gut ausgestatteten Ateliers geben.

In einer von Offenheit und Neugier geprägten Atmosphäre steht die Kunst in ihren vielfältigen Erscheinungsformen im Zentrum. Das Programmangebot reicht von Malerei, Zeichnung und Grafik über Plastik bis hin zu Mixed Media und künstlerischer Fotografie – und Specials wie Buchkunst, Landart und Performance.

creative alps academy

Die Alpen ästhetisch und dialogisch zu vermessen, neue Narrative für ihre Entwicklung zu erfinden und sie so als Lebensraum jenseits von Klischeezone und Sehnsuchtskatalysator zukunftsfähig zu machen: das ist das Ziel der creative alps academy.

Als Kooperation der Kunstakademie Bad Reichenhall und des berg_kulturbüro Ramsau wird sie 2019 erstmals durchgeführt.

Im montan-urbanen Dialog und an der Schnittstelle von Kunst, creative economies, Handwerk und Regionalentwicklung wird ein Resonanzraum für das Neudenken alpiner Belange geschaffen. Das Projekt adressiert „young alpine people“ mit unterschiedlichen beruflichen und biographischen Hintergründen: Philosophen, Künstler, Architekten, Szenografen, Designer. Die creativealps academy findet als think & do-Projekt in grenzüberschreitender Kooperation mit ARGE Kultur, dem Literaturfest Salzburg und dem Bergfilmfestival Salzburg statt.

Die Veranstaltungen der creative alps academy finden in Kooperation mit dem Programm creativeALPS in der ARGE Kultur Salzburg statt. Dort wird im Medium von Film, Literatur und Musik im Spannungsfeld ästhetischer, praktischer und kulturtheoretischer Expertisen erkundet, welche Potentiale traditionelle und zeitgenössische alpine Kultur für neue Konzepte eines „guten Lebens“ in den Bergen eröffnen.

Weiterführende Informationen auch im Blog der Kunstakademie Bad Reichenhall.